picture of my journal with watch and pen

Wie man einen digitalen Wochenplan erstellt

Jeder Mensch ist anders, aber ich habe gemerkt: Für mich sind Stundenpläne und Routinen sehr hilfreich, um produktiv zu sein und mit meinem Alltag gut zurechtzukommen. Vor allem helfen sie mir, meine langfristigen Ziele zu erreichen und große Projekte abzuschließen. Deshalb möchte ich hier vorstellen, wie ich meine Woche digital plane.

Die geneigten Leser*innen meines Blogs sollten vor dem Lesen dieses Artikels wissen, dass mich die Bullet-Journal-Methode von Ryder Carroll sehr geprägt hat. Das heißt: Ich führe weiterhin eine Art Bullet Journal analog, aber alle Termine und Routinen landen letztendlich in meinem Kalender, wo mich die Anzahl der Termine nicht überfordern kann. In mein Bullet Journal schreibe ich nur die wichtigsten Termine hinein. Bestimmte Planungsphasen und Rückblicke habe ich außerdem ins Digitale übernommen.

Meine Routine

Meine Planungsroutinen umfassen unterschiedliche zeitliche Rahmen: monatliche, wöchentliche und tägliche. Zuerst möchte ich grob anfangen und Inspirationen dazu liefern. In einem zukünftigen Artikel über mein digitales Journaling werde ich mehr über diese Routinen erzählen und erklären, wie ich sie digital (mithilfe von Obsidian) umsetze.

Monatlich

Am Ende eines Monats setze ich mich hin und plane den nächsten Monat. Das heißt, ich schaue nach anstehenden Geburtstagen und überlege, welche Geschenke ich besorgen möchte. Außerdem notiere ich mir To-dos für den Monat, meine Meilensteine für langfristige Ziele (zum Beispiel: eine Kapitelübersicht für das Projekt „Buch schreiben“) und Dinge, die ich einplanen möchte, wie etwa eine Date Night mit meinem Partner.

Diese einzuplanenden Dinge wirken sich am Ende auch auf meine Wochenpläne aus. Schließlich muss ich mir dafür Zeit nehmen oder sie stehen als Termin in meinem Kalender.

Wöchentlich

Jedes Wochenende nehme ich mir Zeit, die kommende Woche zu planen. Dabei schaue ich, welche Termine bereits feststehen, an welchen Tagen ich auf meinen üblichen Tagesplan zurückgreifen kann (der von meinen langfristigen Zielen geprägt ist) und welche monatlichen To-dos ich in dieser Woche angehen möchte. Manche To-dos werden dabei zu Wochenzielen.

Wichtig ist mir dabei. auch wenn mich das Wort inzwischen etwas nervt, achtsam zu sein. Das bedeutet in meinem Fall, mich nicht zu überlasten. Wenn ich ein oder zwei für mich anstrengende Tage habe, sorge ich dafür, dass ich am nächsten Tag einen Ausgleich habe. Wenn etwas zum Beispiel sehr reizintensiv war – sei es laut oder mit vielen Menschen verbunden, plane ich den nächsten Tag ruhiger und mit weniger Reizen. War etwas emotional anstrengend, nehme ich mir Zeit für ruhige Hobbys wie Häkeln oder Stricken, um wieder herunterzukommen. Oder ich singe oder spiele Musik, was in meinem Fall Geschrei und schräges Cellospielen für meine armen Nachbarn bedeutet.

Täglich

Das Tägliche beschränkt sich nicht nur auf das Ausführen meines Plans. Ich habe eine Morgenroutine, mit der ich mich auf den Tag vorbereite. Das klingt vielleicht groß, bedeutet aber nur, dass ich mir die wichtigsten To-dos und Termine des Tages anschaue und mich frage, ob das heute realistisch machbar ist. Wenn nicht, überlege ich, wo ich es mir leichter machen kann. Meistens ziehe ich es aber durch, denn oft tut es gut, bei den Gewohnheiten zu bleiben.

Abends mache ich einen kleinen Rückblick: Ich überlege, wie ich mich gefühlt habe, was ich gut gemacht habe und wofür ich dankbar bin, und schreibe das auf. Für die Psychohygiene ist es wichtig, zu sehen, was man alles geschafft hat und was positiv war – auch wenn es noch so klein ist. Langfristig trainiert man so das Gehirn in eine positive Richtung: Man nimmt die schönen Kleinigkeiten besser wahr und fokussiert sich weniger auf das, was man nicht geschafft hat oder was schlecht gelaufen ist.

Was bedeutet das für meine geneigten Leser*innen?

Die geneigten Leser*innen meines Blogs werden vielleicht merken, dass ihnen andere Dinge guttun. Zum Beispiel, dass sie lieber morgens ein kleines Dankbarkeitsritual haben möchten, um positiv in den Tag zu starten, und dass der Blick auf To-dos, so wie ich ihn nutze. eher für Überforderung sorgt. Das ist völlig in Ordnung. Jeder Mensch ist anders und braucht entsprechend unterschiedliche Routinen oder auch Freiräume, um sich ein schönes Leben zu gestalten.

Vieles habe ich durch monatelanges Testen und Reflektieren über mich und meine Bedürfnisse gelernt. Ich möchte die geneigten Leser*innen ermutigen, flexibel zu bleiben, auf sich zu hören, das auszuprobieren, was sich stimmig anfühlt, und sich anzupassen, wenn sich das Leben verändert.

Einen Wochenplan erstellen

Für einen Wochenplan ist relevant, was sich jede Woche wiederholt – seien es Fahrzeiten, Arbeit, Haushalt oder Routinen. Diese Dinge sollten sich die geneigten Leser*innen in eine Art Stundenplan für die Woche eintragen, sei es digital oder analog. Was nicht zu kurz kommen sollte, ist die Freizeit, also Termine mit Freunden oder Zeit für Hobbys.

Ein Beispiel bei mir: Ich übe jede Woche dreimal Gesang und Cello und mache Sport. Also lege ich fest, an welchen Tagen ich das machen möchte, z. B. Gesang am Mo, Mi, Fr; Cello am Di, Do, Sa und Sport am Mo, Mi und Fr. Außerdem plane ich Zeit fürs Kochen und Einkaufen ein, sodass ich immer für zwei Tage vorkochen kann.

Der Plan wird dann jede Woche angepasst und in den Kalender übertragen. Zum Beispiel kann ich kein Cello üben, wenn ich bei meinem Partner bin, also verschiebe ich das oder lasse es ausfallen, indem ich meinen Wochenplan entsprechend anpasse.

Den Wochenplan in das richtige digitale Format bringen

Kommen wir zur konkreten Umsetzung als digitaler Plan. Das Dateiformat ist CSV, das von den meisten gängigen Kalendern gelesen werden kann. Ich habe den Google Calendar verwendet, mit dem es sehr gut funktioniert. Um diese CSV-Datei zu erstellen, ist eine KI sehr hilfreich, da es eine monotone und sich wiederholende Aufgabe ist. Das muss man leider einmal machen, was etwas aufwendig ist, aber die wöchentliche Anpassung geht danach schnell. Erstellt eine Datei „Wochenplan.csv“ und bearbeitet sie mit einem einfachen Texteditor. Eine CSV-Datei (Comma-Separated Values) hat einen Kopf, der beschreibt, welche Werte die folgenden Zeilen enthalten. Im Falle eines Kalenders, den Google Calendar lesen kann, sind es:

Subject,Start Date,Start Time,End Date,End Time,All Day Event,Description,Location,Private

Diesen Kopf fügt ihr in die Datei ein. Jede neue Zeile beschreibt dann ein Event in diesem Kalender. Zum Beispiel könnte mein Abendritual (von 21 Uhr bis 22 Uhr) so aussehen:

Abendritual,=K$1+0,09:00 PM,=K$1+0,10:00 PM,FALSE,,,FALSE

Wie im Kopf angegeben, beginnt die Zeile mit dem Namen des Events, dann folgen Startdatum, Startzeit im AM/PM-Format sowie Enddatum und Endzeit. Bei der Spalte „All Day Event“ steht FALSE, außer ihr wollt ein ganztägiges Event (dann TRUE).

Bei „Description“ und „Location“ könnt ihr optional Angaben hinzufügen. Falls in der Beschreibung ein Komma vorkommt, solltet ihr den Text in Anführungszeichen setzen, zum Beispiel: „Lesen, Journalen, Tee trinken, Duftkerze“.

Die letzte Spalte („Private“) gibt an, ob andere Personen den Termin sehen können. Standardmäßig ist das FALSE. Das bewirkt, dass andere Menschen, mit denen ihr den Kalender geteilt habt auch sehen können, was für einen Termin ihr da habt. Wenn ihr dies nicht wünscht, tragt TRUE ein.

Die geneigten Leser*innen werden sich nun fragen, warum bei „Start Date“ und „End Date“ solche ungewöhnlichen Werte stehen. Das ist der Trick hinter meinem wöchentlichen Planungssystem: So kann ich einen allgemeinen Stundenplan in einen konkreten Wochenplan umwandeln.

Wöchentliche Anpassung und Hochladen

Schauen wir uns das am Beispiel des Abendrituals an. Am Ende der Woche plane ich die kommende Woche und stelle fest, dass ich am Wochenende einmal bei meinem Partner übernachten werde und deshalb mein übliches Abendritual am Samstag nicht durchführen werde.

Ich bearbeite also eine Kopie meiner Vorlage entsprechend:

Subject,Start Date,Start Time,End Date,End Time,All Day Event,Description,Location,Private
"Abendritual",=K$1+0,09:00 PM,=K$1+0,10:00 PM,FALSE,,,FALSE
"Abendritual",=K$1+1,09:00 PM,=K$1+1,10:00 PM,FALSE,,,FALSE
"Abendritual",=K$1+2,10:10 PM,=K$1+2,10:40 PM,FALSE,,,FALSE
"Abendritual",=K$1+3,09:00 PM,=K$1+3,10:00 PM,FALSE,,,FALSE
"Abendritual",=K$1+4,09:00 PM,=K$1+4,10:00 PM,FALSE,,,FALSE
"Abendritual",=K$1+5,09:00 PM,=K$1+5,10:00 PM,FALSE,,,FALSE
"Abendritual",=K$1+6,09:00 PM,=K$1+6,10:00 PM,FALSE,,,FALSE

Ich lösche die vorletzte Zeile, um den Termin zu entfernen (das ist der Eintrag mit „=K$1+5“). Die Tage funktionieren so: =K$1+0 steht für Montag, =K$1+1 für Dienstag usw. Die Wochentage werden also einfach hochgezählt.

Anschließend trage ich das Datum der kommenden Woche ein. Dafür öffne ich die Datei in einem Tabellenkalkulationsprogramm (Excel, LibreOffice Calc etc.) und stelle sicher, dass Formeln ausgewertet werden. Dann trage ich in das Feld K1 das Datum des kommenden Montags im Format YYYY-MM-DD ein, zum Beispiel 2026-04-27.

Wenn die Kopie der Vorlage bearbeitet wurde, kann man sich daran machen, die Tage für die kommende Woche einzusetzen. Das geht ganz einfach und automatisch. Man nimmt das Tabellenkalkulationsprogramm seines Vertrauens, (Excel, LibreOffice Calc, …) und öffnet diese Datei. Dabei ist wichtig, dass ihr prüft, ob ein Haken bei Formeln ausgewerten gesetzt ist. Dies ist wichtig für die Berechnung des Datums. Das Programm sollte übrigens alle Komma separierten Werte in eine eigene Spalte einfügen. Sollte dies nicht der Fall sein, muss man noch die Optionen beim Einlesen anpassen, wofür ein eigenes Dialogfenster in der Regel erscheint.

Als nächstes tragt ihr, wie bei der Vorlage einsehbar in das Feld K1 das Datum des kommenden Montags ein. Das Format ist dabei wichtig, es sollte YYYY-MM-DD sein. Also 2026-04-27. Zum Schluss ist es noch wichtig, die Spalten des Start und End Datums richtig zu formatieren, damit der Kalender es richtig interpretieren kann. Dafür markiert ihr die beiden Spalten durch einen Klick auf die Spaltenkoordinate B und mit Str + Klick auf D und macht dann einen Rechtsklick auf eine der markierten Spaltenkoordinaten. In dem Menü wählt ihr Zellen formatieren aus und wählt unter der Kategorie Datum das oben bereits verwendete YYYY-MM-DD Format aus.

Die Magie (Mathematische Evaluation) der Tabellenkalkulation wandelt nun die +0 bis +6 Grütze in ein für euch und den Kalender lesbares Datum um. Wichtig ist nun, dass diese Datei nicht als Tabelle gespeichert wird, sondern weiterhin als KopieWochenplan.csv. Wenn man auf Speichern klickt, wird also nochmal abgefragt, unter welchem Format man das Speichern möchte und da darf man selbstbewusst CSV wählen.

Optional, aber nicht nötig beim Google Calendar wäre jetzt der Schritt, am Ende der Kopfzeile das durch die Tabellenkalkulationssoftware eingefügte Datum zu löschen. Das passiert, weil wir zuvor bei K1 das Datum des Montags hinzugefügt haben.

Die vorherigen Formeln wurden übrigens mit den Daten überschrieben, wie man jetzt in einem Texteditor sehen kann.

Subject,Start Date,Start Time,End Date,End Time,All Day Event,Description,Location,Private
Abendritual,2026-03-23,09:00 PM,2026-03-23,10:00 PM,FALSE,,,FALSE,,
Abendritual,2026-03-24,09:00 PM,2026-03-24,10:00 PM,FALSE,,,FALSE,,
Abendritual,2026-03-25,10:10 PM,2026-03-25,10:40 PM,FALSE,,,FALSE,,
Abendritual,2026-03-26,09:00 PM,2026-03-26,10:00 PM,FALSE,,,FALSE,,
Abendritual,2026-03-27,09:00 PM,2026-03-27,10:00 PM,FALSE,,,FALSE,,
Abendritual,2026-03-28,09:00 PM,2026-03-28,10:00 PM,FALSE,,,FALSE,,
Abendritual,2026-03-29,09:00 PM,2026-03-29,10:00 PM,FALSE,,,FALSE,,

Als allerletzten Schritt importiert man diesen Wochenkalender in Kalender des Vertrauens. Bei Google Calendar zum Beispiel funktioniert das unter Einstellung > Importieren und Exportieren > Importieren. Dort kann man die Datei vom Computer auswählen und Hochladen. Nachdem die Termine erfolgreich eingefügt wurden, sollte eine Meldung anzeigen, wie viele Termine hinzugefügt wurden. Et voilà, im Kalender sind die Termine.

Ich freue mich auf Fragen meiner geneigten Leser*innen und beantworte gerne Kommentare. Falls etwas nicht ausführlich oder klar genug war, bitte kommentieren.

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