Das Geheimnis der Eulerschen Formel
Heute ist Pi-Day, und dementsprechend möchte ich ein Buch empfehlen, das mit Mathematik zu tun hat. Zwar geht es in diesem Buch nicht direkt um Pi, aber um eine ähnlich wichtige Konstante der Mathematik: die eulersche Zahl. Die geneigten Leser*innen sollten sich also nun auf 2,71… anstatt 3,14… vorbereiten, denn wir erkunden Das Geheimnis der Eulerschen Formel von Yoko Ogawa.
Inhalt
Zuallererst möchte ich die geneigten Leser*innen meines Blogs entwarnen: Nein, ihr müsst nicht Mathematik studiert haben, um dieses Buch zu verstehen. Da der Professor Zahlentheoretiker ist, beschäftigt er sich eher mit den Eigenschaften von Zahlen, und das Buch bleibt gut lesbar, weil er keine allzu komplizierten Formeln oder Prinzipien erklärt. Die Protagonistin des Buches weiß auch nur wenig über Mathematik, aber wie ein Professor nun einmal ist, erklärt er bei Neugier gerne.
Zwischen der Protagonistin, einer Haushälterin, und dem Professor entspinnt sich eine feine Beziehung, basierend auf Respekt und Neugier für den jeweils anderen. Das Besondere dabei ist: Der Professor hat nur noch ein Kurzzeitgedächtnis. Also läuft er ziemlich verzettelt durchs Leben – wortwörtlich. Er hat sich überall an seinen Anzug Zettel geklebt, um sich wichtige Dinge zu merken. Recht bald wird auch die Haushälterin auf einem solchen Zettel vermerkt.
Wie kann also eine Freundschaft ohne Langzeitgedächtnis entstehen? Und was könnte die Schwägerin des Professors, die die Haushälterin beauftragt hat, noch zu verbergen haben?
Was hat Das Geheimsnis der Eulerschen Formel mit mir gemacht?
Mich hat das Buch sehr berührt, weil es eine ganz zarte und einfühlsame Geschichte über Freundschaft ist. Ich mochte sehr gerne, wie verschroben der Professor war und wie offen die Haushälterin für seine Art zu denken blieb. Beide begegnen sich mit Interesse und Respekt, was mir sehr das Herz erwärmte.
Das Buch hat mich sehr zum Nachdenken darüber angeregt, was Freundschaft eigentlich ist, was sie ausmacht und wie besonders und schön diese kleinen Momente der Freude im Leben sind. Sie sind unbezahlbar und deutlich wichtiger als große pathetische Gesten.
Während des Studiums hatte ich manchmal eine Hassliebe zur Mathematik, und dieses Buch hat mir wieder die Schönheit der Mathematik vor Augen geführt. Ich werde mich vermutlich weiterhin nicht mit der Wahrscheinlichkeitstheorie anfreunden können, aber das Lernen und Entdecken mathematischer Eigenschaften lässt mich wieder mehr in Ehrfurcht staunen.
Bewertung
🪦🪦🪦🪦🪦 Eine sanfte, lebensbejahende Geschichte über Verbundenheit.
Der Schreibstil der Autorin passt sehr gut zur Geschichte: sehr feinfühlig und empathisch. Das Buch lässt sich leicht und zügig lesen; die Übersetzung aus dem Japanischen ist also ebenfalls sehr gelungen.
Mir hat besonders gefallen, wie das Thema Freundschaft erkundet wird, vor allem weil es um Personen aus ganz unterschiedlichen Lebensrealitäten geht und ihre Veranlagungen dementsprechend ganz verschieden sind. Auch das Skurrile und Nerdige fand ich einfach ansprechend und schön umgesetzt.
Wem würde ich das Buch schenken?
Allen, die die Liebe zur Mathematik vereint!
Und vielleicht auch Leuten, die Angst vor Mathe haben, um sie liebevoll ein wenig damit zu versöhnen.
Welche Bücher empfehle ich dazu?
Wer den Stil von Frau Ogawa mochte, sollte sich auch ihre anderen Bücher abseits der Matheprofessoren zu Gemüte führen. Ich habe zwar noch kein anderes Buch von ihr gelesen, möchte sie aber dennoch blind empfehlen, da ich bisher nur Gutes über ihre Bücher gehört habe und mich ihr Schreibstil sehr überzeugt hat.
Weiterführende Links
Falls die geneigten Leser*Innen meines Blogs noch mit Mathematik zu kämpfen haben, sei es in der Schule oder in der Uni, möchte ich den besten Mathelehrer auf YouTube empfehlen: Daniel Jung erklärt alles verständlich.
Für alle Nerds, empfehle ich die folgende Website, die berechnet, an welcher Stelle von Pi das eingegebene Geburtsdatum vorkommt: My Pi Day
Für alle, die noch nicht abgeschreckt sind und weiterhin meinen Blog besuchen wollen, empfehle ich folgendes Lied über das Ableiten (mit großartigen Dance Moves). Danach sehen wir uns vielleicht nicht mehr wieder, weil es zu abgedreht war.





